Erster Workshop des Jahres bei p: photography unlimited in Berlin

An diesem Wochenende war es endlich wieder soweit: der erste PIC-Workshop in diesem Jahr fand in Berlin statt! Zum zweiten Mal durften wir zu Gast sein bei p:photography unlimited und erhielten von Henry Schulz eine informative Einführung in Ziel und Zweck des Vereins. Der eingetragene gemeinnützige Verein in Oberschöneweide hat einen Ort mit Werkstätten und Laboren eingerichtet, an dem die besten Voraussetzungen herrschen, um gute Kunst zu schaffen. Ziel ist es, „die künstlerische Fotografie als Kunstform in ihren analogen wie digitalen Ausprägungen zu erhalten, ihre Produktion zu fördern und vor allem ihre Weiterentwicklung zu ermöglichen. p:photography unlimited berlin errichtet außerdem gemeinsam mit allen dafür notwendigen kommerziellen und nichtkommerziellen Partnern den Berliner Knoten eines Fotografie-Netzwerks.“

Wir freuten uns sehr, Matthias Steinbach wieder für einen äußerst unterhaltsamen Bildvortrag gewinnen zu können: „Berlin. Stadt der Glücksritter – oder vielleicht Europas größte offene Psychiatrie?“ Steinbach führte uns durch sein Berlin der vergangenen 30 Jahre. Veränderte Rechtslagen, stark geschütztes Persönlichkeitsrecht, mehr Argwohn der Mitbürger, offene Aggression machen die klassische Straßenfotografie schwieriger als je zuvor. Gemäß dem Credo von Bruce Gilden, Magnum Photos: „Ein gutes Street Foto riecht nach Straße.“ Bewahren, nicht verurteilen oder beurteilen. „Bildzeugnis für den Menschen“ ist dringlichster Aufruf der Straßenfotografie und zugleich die Grundlage von Steinbachs Arbeit.

Drohnen sind längst fester Bestandteil moderner Foto- und Videoproduktion. Was aber bieten die neuen 360°-Drohnen? Aldan Kosnick zeigte uns neue Perspektiven, die klassische Bildgestaltung erweitern und neu denken lassen – und in einer zunehmend inszenierten Bildwelt eine besondere Form von visueller Authentizität schaffen. In seinem Vortrag zeigte der Hamburger Fotograf, Videoproduzent und FPV-Drohnenpilot, wie Drohnen heute professionell eingesetzt werden und wo sich 360°-Drohnen zwischen Spielerei und echtem Profi-Tool befinden. Anhand praxisnaher Beispiele gab er den PIC-Mitgliedern Einblicke in Workflow, Einsatzbereiche und das kreative Potenzial dieser Technik, vom Flug bis zur finalen Perspektive in der Postproduktion. Und nicht nur das – er hatte auch einige Drohnen mitgebracht, die wir im Anschluß unter seiner Anleitung ausprobieren konnten.

Zum zweiten Mal zu Besuch bei uns war auch Christoph Künne, seines Zeichens Kulturwissenschaftler, Gründer und Chefredakteur des Magazins DOCMA. Er vermittelte uns einen spannenden Überblick über die Situation im aktuellen KI-Markt, die Möglichkeiten der interessantesten Tools und gab Auskunft auf die Frage, inwieweit KI zusätzliche Arbeitsfelder und praktische Vorteile für Fotografen bieten kann. Seine Botschaft: „Technologie ist immer nur ein Teil der Gleichung. Mindestens ebenso wichtig sind die Fähigkeit zur kritischen Reflexion, die Bereitschaft zum lebenslangen Lernen und der Mut, etablierte Strukturen zu verlassen, wenn eine neue Ära anbricht.“

Unser zweiter Workshoptag begann mit einem weiteren, sehr praxisorientierten Thema: Welche Möglichkeiten bieten sich bei der Finanzierung von Projekten? Jenny Petzold – Expertin für Fördermittel – gab sie uns eine spannende Einführung zu Fragen wie: Wie findet man passende Förderprogramme, wie sollten professionelle Anträge effizient formuliert sein und wie geht man mit geförderten Projekten administrativ und finanziell um? … mit dem Ziel, die Chancen auf passende Fördermittel zu erhöhen und den gesamten Prozess von der Antragstellung bis zur Abrechnung zu vereinfachen.

Wie immer wurden die Pausen nicht nur dem hervorragenden Büfett gewidmet, sondern auch dem produktiven Austausch untereinander: es macht einfach jedesmal Spaß, sich wiederzusehen, fachsimpeln und diskutieren zu können… kommen die PIC-Mitglieder doch aus ganz Deutschland und darüber hinaus.

PIC-Mitglied Oliver Wanke war es dann auch, der uns in seinem extrem nützlichen Vortrag Praxistipps zum schnelleren Schneiden von Videos gab. Ein schneller Workflow kann schließlich dafür entscheidend sein, ob ein Projekt sich rechnet oder nicht. Oliver Wankes Werkzeug ist Davinci Resolve, aber die meisten gezeigten Operationen funktionieren ebenso in anderen Schnittprogrammen.

Alexander Schippel – Initiator und Vorsitzender des Vereins photography unlimited e.V. – arbeitet als freiberuflicher Fotograf. Zu seinen Projekten gehören u.a. eine künstlerische Langzeitdokumentation über die Sanierung der Staatsoper Unter den Linden, der Bildband »Lausitz – Landschaft mit neuem Gesicht« sowie die Dokumentation der Dauerausstellung im Humboldt Forum. In seinem inspirierenden Bildvortrag zeigte er uns zum einen das umfangreiche Angebot des Vereins und nahm uns danach mit zu seinen Shootings, die ihn u. a. auch nach Saudi Arabien und anderen Plätzen auf der Welt führten.

Zum Abschluß gab uns PIC-Mitglied Timo Lutz einen praxisnahen Shortcut zu einem Analyse-Tool, das er mittels KI zur Messung von Auftragslage und Auslastung seines Studios generiert hatte.
Insgesamt war es wieder ein rundum gelungenes Wochenende! Wir bedanken uns bei unserem Gastgeber p:photography unlimited und allen Vortragenden… und nicht zuletzt bei unserem lieben PIC-Mitglied Uli Staiger, der für Samstag ein spannendes Rahmenprogramm, nämlich eine Führung durch die Berliner Philharmonie organisiert hatte!

(Fotografien: Thiemo Wenkemann, Dirk Hanus, Brigitte Averdung)